Glögg macht glücklich – Skål, alter Schwede

Elch-Kinderbuch_Glögg-Elch

Etwas Glögg braucht der Elch.

Hand aufs Herz: Am interessantesten sind Texte, die anfangen mit „Schon die alten Römer…“! Und weil das so ist, soll unser heutiger Blog-Beitrag auch genauso anfangen.

Die alten Römer

Schon die alten Römer… Ungelogen! Schon die alten Römer tranken Wein, der mit vielen Kräutern und Gewürzen angereichert und erhitzt wurde. Conditum Paradoxum nannten sie ihren Würzwein. Anlässlich der Saturnalien (17. bis 30. Dezember) wurde heidnisch ausschweifend gefeiert. Die Bürger des antiken Weltreiches soffen gemeinsam und sogar mit ihren Sklaven gerne und viel Wein. Das ist historisch belegt. Möglicherweise konsumierten sie dabei heißen Conditum Paradoxum. Das ist jedoch nicht belegt. Aber sehr wahrscheinlich. Denn im Dezember ist’s sowohl in Rom schattig als auch im germanischen Aliso. Warum also keinen heißen Würzwein schlürfen und von Ägyptens warmen Gestaden träumen? Weiterlesen

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Heute gibt’s Algfärssoppa: Elchsuppe schwedischer Art!

Wie schmeckt eigentlich Elchsuppe?

Elchsuppe_1Er wurde in unserem Elchkinderbuch-Blog noch nie behandelt – dabei ist er so wichtig für uns: der einzigartige Satirepreis „Göttinger Elch„. Ein umfassender Artikel zum Göttinger Elch, zu den Preisträgern, zu seinen Initiatoren, zur Neuen Frankfurter Schule (NFS) sowie insbesondere zu F. W. Bernstein / Fritz Weigle (von ihm stammt das berühmte Zitat: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“), wird eher kurz- als mittelfristig hier in diesem Blog erscheinen. Versprochen!

Gute Satiriker löffeln Elch-Rahmsüppchen

Als wir 1997 zum ersten Mal vom Göttinger Elch hörten, wollten auch wir unbedingt echte, schwedische Algfärssoppa probieren. Denn der Satirepreis ist nicht nur einfach mit dem unglaublichen Geldbetrag von 3.333,33 Euro dotiert sowie einer massivsilbernen Elch-Brosche. Nein, die Preisträger erhalten zudem 99 Dosen „Original Göttinger Elch-Rahmsüppchen“. Das muss also etwas ganz Besonderes, etwas ganz Köstliches sein, das war uns klar…

Seltene Discounter-Angebote

Vielleicht gibt es da eine geheime Absprache zwischen den deutschen Discountern. Unser Eindruck: Nur einmal pro Jahr bietet einer der großen Discounter – oft gerne im Rahmen einer „Schwedischen Woche“ – Elchsuppe in Dosen an. Zuletzt war es Lidl. Davor gab’s die schwedische Delikatesse mindestens schon bei Aldi und Netto zu kaufen. Doch wie auch immer – nach unseren Recherchen ist es stets der gleiche Hersteller: die Barteroder Feinkost GmbH.Elchsuppe_2

Und das, liebe Elch-Freunde, ist die eigentliche Meldung: Denn diesem Hersteller vertrauen auch die Gourmets unter den Organisatoren des Göttinger Elchs! Soll heißen: Auch wer kein auszeichnungswürdiger Künstler, Kabarettisten, Schriftsteller, Schauspieler oder Musiker ist, kann also in den Genuss einer hochwertigen Algfärssoppa kommen – für lediglich 1,99 Euro…

Wir wünschen guten Appetit!*

(*als wahre Elch-Freunde fechten wir augenblicklich einen inneren Kampf aus: verschenken oder wirklich selber essen?)

 Sødergården – Elchsuppe nach schwedischer Art – Algfärssoppa:

390ml Ring-Pull-Dose, 1,99 Euro. Zutaten: Trinkwasser, 10% Elchfleisch, 8% Sahne, Zwiebeln, Aprikosen, Modifizierte Stärke, Kartoffeln, Tomatenmark, 2% Sherry, Cranberries, Speisesalz, Weizenmehl, Rotwein, Zucker, Gewürze.

Gefragtes Schweden-Souvenir: „Achtung Elch!“

Sommer 2012 – Urlaubszeit! Viele deutsche Urlauber zieht es nach Finnland, Norwegen oder Schweden. Dann ist die Versuchung wieder groß, sich ein schönes und dekoratives „Achtung Elch!“-Schild aus dem Skandinavien-Urlaub mitzunehmen. Kostet ja nichts. Auf den schier endlosen, einsamen Straßen in den wildreichen Wäldern kann der sonst gesetzestreue Tourist schnell zum Gelegenheitsdieb werden. Und Tatzeugen gibt es in den tiefen Wäldern nur selten.

Ein solches „Achtung Elch!“-Hinweisschild zu stehlen, ist jedoch kein Kavaliersdelikt und daher strafbar. Die Geldstrafe liegt beispielsweise in Schweden zwischen 3.000 und 5.000 SEK (320 bis 532 Euro). Aber Vorsicht: Üblich ist eine Verurteilung auf Bewährung – doch der schwedische Strafkatalog beinhaltet auch Gefängnisstrafen. Bereits das Verunstalten oder Zerstören eines Schildes kann zu Geldstrafen führen. Da kennen die sonst toleranten Schweden keine Gnade. Nach Angaben des schwedischen Straßenverkehrsamts werden trotzdem jedes Jahr von Souvenirjägern Hunderte Schilder im ganzen Land entwendet.

Mal abgesehen vom Schaden, den der Diebstahl eines Warnschildes bedeutet: Ein geklautes Schild kann auch nicht mehr warnen. Und die Warnung „Achtung Elch!“ erfolgt nicht ohne Grund. Jeder Autofahrer sollte in Waldgebieten generell vorsichtig fahren, auch wenn kein Schild vorhanden ist, das auf Wildwechsel hinweist. Denn ein kleines Tier – zum Beispiel ein Hase – erzeugt bei einer Kollision mit einem Auto bei Tempo 100 einen Druck von 125 Kilogramm. Ein rund 20 Kilogramm schweres Reh besitzt ein Aufschlaggewicht von fast 0,5 Tonnen. Da Elche ein Gewicht zwischen 200 und 800 Kilogramm haben, kann sich jeder die Folgen einer Kollision ausmalen. Deshalb: Warnschilder an Ort und Stelle hängen lassen und stets langsam und konzentriert fahren.

Gefährliche Zeiten für weißen Elch – Nachtrag zu „Der Elch im Allgemeinen und Speziellen (Teil 5)“

So! Der weiße Elch namens Albi, über den wir schon am 10.10.2011 geschrieben haben, ist tot (siehe „Der Elch im Allgemeinen und Speziellen (Teil 5)“). Wegen seines hellen Fells hatte er – realistisch gesehen – kaum eine Chance. Ein dänischer Jäger, der zum Start der Jagdsaison nach Schweden gekommen ist, hat Albi (Foto: dpa) erlegt – und erhält nun Morddrohungen. Die anderen rund 100.000 Elche, die ebenfalls zum Abschuss freigegeben sind, werden wohl für nicht ganz so viel Aufregung sorgen…

Mehr dazu in diesem Welt-Online-Artikel: Jagd ist eröffnet: Gefährliche Zeiten für Schwedens bizarre Elche