Fundstücke (2): Gab es Elche im antiken Ägypten?

Ein weiterer Zufallsfund in dieser ominösen, selten genutzten, vollgestopften Schublade förderte eine zweite Zeichnung für die legendäre ALCES AG hervor (siehe auch „Die ALCES AG“ Teil 1, Teil 2 und Teil 3):

Diese Zeichnung ist so richtig schön skurril! Schließlich muss nicht extra darauf hingewiesen werden, dass die Walk-Like-An-Egyptian-Haltung des rechten Vorderlaufs anatomisch nicht möglich ist. Und: Dass es in Nordafrika nie Elche gegeben hat… (Wenngleich diese „Wüstenelche“ sowie der Titel des Artikels „Nofretete und der Elch“ in der NZZ Online anderes vermuten lassen könnten!)

Nein, unser Elch-Pharao (stolz gekrönt als Herrscher des Mittleren Reiches mit gestreiftem Nemes-Kopftuch nebst Ureus-Schlange) schmückte lediglich die Handout-Titelseite eines Vortrags vor dem ALCES AG-Vorstand zum Thema „Die Rätsel der Pyramiden von Gizeh“.
Trotzdem muss die Frage erlaubt sein, wie die antike ägyptische Götterwelt wohl ausgesehen hätte, wenn in pharaonischer Zeit im sumpfigen Niltal Elchherden friedlich beim Äsen zu beobachten gewesen wären? Und welche mythische Rolle hätte dann wohl ein Elch-Gott gespielt? Und wie hätten die entsprechenden Hieroglyphen ausgesehen? Schade: Wir werden es nie erfahren…

Fundstücke (1): Segeltörn mit drei Elchen

Ein Zufallsfund in einer selten genutzten, vollgestopften Schublade förderte eine Zeichnung für die legendäre ALCES AG zutage (siehe auch „Die ALCES AG“ Teil 1, Teil 2 und Teil 3):

Christian hatte diese Zeichnung auf meine Bitte hin erstellt – anlässlich eines Segeltörns des Vorstands in Berlin auf Wannsee und Havel. Wer genau hinsieht, erkennt im Fähnchen an der Mastspitze das Logo der ALCES Aktiengesellschaft sowie den Namen des Bootes „Fergie“. („Fergie“ hieß unser riesiger Pappmaschee-Elch mit einem Stockmaß von ca. 140 cm Höhe, benannt nach unserer Kinderbuch-Kollegin Sarah Ferguson, Herzogin von York und Autorin der Budgie-Kinderbücher. Warum wir den Elch so nannten, muss der Vollständigkeit halber wohl zu einem späteren Zeitpunkt detaillierter erläutert werden…)

Mit elchigen Grüßen

Andreas

Die ALCES AG (Teil 2)

Die Gründungsgeschichte der ALCES AG

Der Elch und die ALCES AG. Wie das Logo bereits verrät, war es eine untrennbare Liaison und erfolgreiche Symbiose. Der Name steht für sich: alces alces, lateinisch: der Elch. Aber wieso hatten sich die Gründungsmitglieder damals den Elch als Wappentier ausgesucht? Ganz ehrlich: Keiner weiß es mehr genau! Wir haben aber so unsere Vermutung, die wir hier aus dem Dunkeln der Vergangenheit, dem Ende der 80er Jahre, hervorholen wollen…

Zwar ist der Elch an und für sich ein stattliches – aber eher hässliches Wesen. Warum dann seine Beliebtheit? Warum unsere Entscheidung zu seinen Gunsten?

Eine heiße Spur führt uns zum Bereich der Redewendungen und Sprichwörter. Ja doch, der Elch ist schon sehr lange sprichwörtlich – nicht erst seit der A-Klasse. Die wohl bekannteste sprichwörtliche Redensart lautet: „Ich glaub´ mich knutscht ein Elch“ als Ausdruck der Überraschung. Das absurde Bild soll das völlig Überraschende einer Situation noch stärker veranschaulichen. Mitte der 60er Jahre soll ein Prof. Fritz Weigle, alias F. W. Bernstein, den Ausspruch geprägt haben: „Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ Ein estnisches Sprichwort behauptet: „Mit der Nadel erlegt man keinen Elch“ – und wird damit sicherlich recht haben. In Schweden sagt man: „Der kann einem Elch eine Gasmaske verkaufen“, wenn von sehr tüchtigen Menschen die Rede ist. So, und nun kommen wir zu einer besonderen Redewendung: „Der deutsche Elch lebt.“ Angeblich gab dies ein späteres ALCES AG Vorstandsmitglied nach einer Party im Jahre 1987 oder 1988 kommentierend zum Besten, nachdem ein anderes späteres ALCES Vorstandsmitglied hörbar aufstieß (der Mediziner nennt das Ruktation von lat. ructare, wir nannten das damals wohl eher derb umgangssprachlich – aber schön lautmalerisch – Rülpsen).

Nun, der Legende zufolge war das die Geburtsstunde der ALCES AG. Woher jener Elch-Vorstand diesen Spruch „Der deutsche Elch lebt“ hatte, der das (damalige) schmerzhafte Fehlen einer Tiergattung in unserer heimischen Fauna negiert, ist nicht mehr nachprüfbar. Noch eine kurze Anmerkung: Inzwischen hat sich die Situation deutlich verändert. Kurz nach der Wiedervereinigung wurde der Spruch vom „deutschen Elch“ wahr, als einmal ein polnischer Elch die Oder durchschwamm. Leider kehrte das Tier wenige Tage später wieder nach Polen zurück. Aktuell vermuten Experten jedoch eine ansehnliche Population von freilebenden Elchen in Deutschland.

Wie auch immer, die ALCES AG war geboren. Seither fühlten wir uns dem Elch sehr verbunden und hatten in seinem Namen so manche Party veranstaltet. Doch nicht etwa, weil für uns das Image des Elches als friedliebender, wenig grazil durch sumpfige Wälder, Moore und Tundren staksender Vegetarier wichtig gewesen wäre („Oh, wie niedlich!“). Mit einem solchen Tier schien die Identifikation leicht. Nein, es war seine animalische Stärke, die uns faszinierte. Dabei wussten wir nicht einmal, ob Elche Brunftschreie ausstoßen wie seine Verwandten, die Hirsche. Wir nahmen es aber an und konnten nun bei jedem peinlichen Rülpser auf unsere überbordende Männlichkeit verweisen. Den geschockten weiblichen Lesern sei an dieser Stelle erklärt, dass der ALCES Vorstand im Kern immer aus vier Männern bestand, die sich in der 5. Klasse einer privaten Schule für Jungs kennen gelernt hatten. Da zählten noch andere Werte – z.B. lautes Rülpsen…

Doch: Warum genießt der Elch heute diese Beliebtheit? Schon manches Mal fragten wir uns, ob wir damals eventuell einem Trend zum Durchbruch verholfen hatten, der dann aber von uns unkontrollierbar hin zum „niedlichen“ Elch führte? Wir wissen es nicht genau. Aber festzuhalten bleibt, dass der Elch bei Gründung der ALCES AG noch keine Plüschtierschwemme ausgelöst hatte und noch zu den Tieren zählte, die sonst keiner mochte.