Der Elch im Allgemeinen und Speziellen (Teil 4)

Die dunkle Seite der Elche: Bei der Vorbereitung auf unser Buch haben wir seit Jahren Inspirationen aus Neuigkeiten und Anekdoten gesammelt. Hier eine kleine Auswahl, die zeigen soll, dass es da aber auch eine weder lustige noch drollige Seite der behuften und beliebten Pflanzenfresser gibt:

Vorsicht Killerelche

Das Bild von friedlich grasenden und wiederkäuenden Elchen ist nicht ganz korrekt. Die Wahrheit mag verstören: Allein in Alaska sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Elchangriffe als durch Bären. Besonders in der Brunftzeit reagieren Bullen unberechenbar und aggressiv. Sie halten Autos und Eisenbahnzüge für Kontrahenten und greifen direkt an. Es ist Vorsicht geboten beim Treffen mit einem Elchbullen mit einer Schulterhöhe von ca. 2,30 m, einem Körpergewicht von rund 800 kg und einem ca. 40 kg schweren Geweih mit einer Spannweite von 2 m. So einem Bullen genügt ein einziger Tritt mit den rund 18 cm langen Hufen, um einen ausgewachsenen Grizzlybären zu töten und hungrige Wolfsrudel in die Flucht zu schlagen. Elchkühe – nicht Löwenmütter – stehen im berechtigten Ruf, die verteidigungsstärksten Muttertiere der gesamten Tierwelt zu sein.

Schwedische Kriegselche

Im 17. Jahrhundert versuchte König Karl XI. von Schweden – wohl nach dem verheerenden Nordischen Krieg von 1674 bis 1679 – eine Kavallerie aus Elchen aufzubauen. Die Überlegung dabei war, dass Elche sich fast wie Pferde zureiten lassen und eine Last bis zu 125 kg tragen und bis 900 kg ziehen können. Zudem sind sie stärker und besser als Pferde in jedem Gelände als Zug- und Reittier einsetzbar. Sie sind bekanntermaßen angriffslustig und würden Dank dieser Eigenschaft, ihrer Größe, ihrem Gewicht sowie den respekteinflößenden Schaufeln furchterregende „Streitrösser“ abgeben. Der Versuch scheiterte wohl an der Unberechenbarkeit und am Jähzorn der Elche – ausgelöst durch Artilleriedonner und größere Soldatenaufmärsche.

Todesursache: Elch

Vor einigen Jahren musste der 68-jährige Schwede Ingemar Westlund hinter schwedische Gardinen. Er stand unter dem dringenden Tatverdacht, seine Ehefrau ermordet zu haben. Im September 2008 kam Westlunds Frau Agneta von einem Waldspaziergang nicht zurück. Er suchte sie und fand sie leblos mit unerklärlichen Verletzungen, alarmierte den Notruf und wurde anschließend für 10 Tage in Untersuchungshaft genommen. Bei seiner Freilassung galt er fast ein halbes Jahr lang als Hauptverdächtiger. „Beim Begräbnis meiner Ehefrau war ich in den Augen anderer der Mörder“, sagte Westlund, der knapp 50 Jahre lang mit seiner Frau verheiratet war, zwei Töchter sowie drei Enkelkinder hat. Schließlich wurden DNA-Spuren am Körper der Toten eindeutig „Rotwild“ zugeordnet, woraufhin die Polizei Kontakt zu Elch-Experten aufnahm. Die bestätigten die auch in Schweden oft unterschätzte Gefährlichkeit von Elchen. Rund ein Jahr später kam die endgültige Analyse: Westlunds Frau wurde nicht von ihrem Mann, sondern von einem Elch attackiert und getötet.

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4 Antworten zu “Der Elch im Allgemeinen und Speziellen (Teil 4)

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