Elch-Kinderbücher – kleine Wettbewerbsanalyse

Keine Sorge: Dies soll jetzt nur eine wirklich klitzekleine Betrachtung des gigantischen Kinderbuch-Markts werden. Nichts Wissenschaftliches. Nichts Erschöpfendes. Aber erhellt durch unsere eigenen – nicht unbedingt fairen – Gedanken.

Der Markt der Kinderbücher

So eine Analyse ist frustrierend und macht keinen Spaß: Aus Marketingsicht müssen wir feststellen, dass es Quatsch ist, ein Kinderbuch zu schreiben und zu illustrieren. Damit ist kein Blumenpott zu gewinnen. Der Markt ist übersättigt – übersättigt mit teils lieblos geschriebenen und teils wirklich schlecht illustrierten Kinderbüchern. Offensichtlich geht’s da um schnellen Profit und bestimmt nicht um Qualität. Damit wird der Markt zugemüllt. Das Ziel – liebe Kinder, geschätzte Leserinnen und Leser, lobenswerte Autoren- und Illustratoren-Kolleginnen und -Kollegen – das Ziel sollte doch gute Unterhaltung sein, oder?

Selbstverständlich gibt es auch zahlreiche Beispiele bester Unterhaltung. Um nur einen Meister seines Fachs zu nennen, der uns seit unserer Kindheit begleitet und unserer Fantasie Flügel verleiht: Ali Mitgutsch mit seinen genialen Wimmelbilderbüchern. Kein Kinderzimmer sollte ohne sie sein!

Quintessenz: Finger weg vom Kinderbuchmachen. Denn neben wenigen Klassikern, einigen neueren Büchern, die vielleicht dereinst neben den Klassiker bestehen könnten, existiert eine irre Flut an Schrott. Qualitativ höherwertige Neuheiten haben es schwer, sich am unübersichtlichen Markt zu behaupten. Da lohnt die schöpferische Mühe nicht.

Der (nur etwas kleinere) Markt der Elch-Kinderbücher

Widmen wir uns nun in unserer überaus professionellen Analyse den Themen-Kinderbüchern, speziell dem Elch-Kinderbuch. Man ahnt es: Hier sieht’s genau so trostlos aus. Alles Dreck! Elche über Elche – ohne Sinn und Verstand! Besonders abstoßend: Weihnachts-Elch-Geschichten (Zu diesem Thema werden wir uns noch ausgiebig äußern!).

Aber nein, so einfach ist das dann doch nicht. Dem oberflächlichen Betrachter offenbart sich zwar eine durchaus analoge Situation im kleineren Maßstab zum gesamten Kinderbuch-Markt, doch tauchen wir weiter in die Materie ein, so erfahren wir eine kleine Überraschung. Die Qualität ist subjektiv besser. Eine höhere Anzahl Bücher ist offensichtlich dem kreativen Geiste wahrer Elchfreunde entsprungen. Die Geschichten sind oft liebevoller ausgearbeitet, die Zeichnungen zeugen von Können, Witz und Beobachtungsgabe. Irgendwie logisch: Der Elch erfreut sich in Deutschland und vielen weiteren Ländern enormer (zudem weiter wachsender) Beliebtheit. Das führt zu einer recht großen Schnittmenge aus Elchfreunden sowie Autoren und Illustratoren. Und die legen viel Wert in ihre Arbeit und steigern die Qualität. Ist doch schlüssig, oder?

Könnte so der Held in unserem Elch-Kinderbuch aussehen? Wir haben uns noch nicht entschieden...Trotzdem ist die Beliebtheit der Elche hierzulande ein Verkaufsargument. Da ruft die schnelle Mark! Wo fette Beute winkt, da tummeln sich Flachbrettbohrer und Profiteure. Blicken wir kurz auf den zu Unrecht verlachten Sektor der Raupen-Kinderbücher, so sehen wir, dass diese Profitgier hier völlig fehlt. Trotz des großen Erfolges (rund 29 Millionen verkaufte Exemplare) eines wahren Klassikers: „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle. Wir stellen also fest: Kinderbücher mit Elchen sind zahlreicher als Kinderbücher mit Raupen. Grund dafür ist die Beliebtheit der Elche. Diese Beliebtheit hat einerseits zur Folge, dass es eine bestimmte Anzahl an sehr guten Elch-Kinderbüchern gibt. Denn diese wurden von wahren Elchfans geschaffen. Andererseits existiert eine unübersehbare Menge an schrecklichen und schlechten Elch-Kinderbüchern – alle von bösen, geldgierigen Schmarotzern auf den Markt geworfen. Wir finden jedoch keine nennenswerte Anzahl mittelmäßiger Elch-Kinderbücher. Sehr interessant.

Das heißt für uns: Eventuell sollten wir in eine Nische vorstoßen, um Erfolge zu feiern, und ein mittelmäßiges Elch-Kinderbuch erschaffen. Im Segment der mittelmäßigen Elch-Kinderbücher ist der Wettbewerb eindeutig weniger hart. Ach, nein: Das ist doof!

Fazit: Was für eine Mammutaufgabe! Wir können die nur bewältigen, wenn wir gut sind, wenn wir richtig gut sind. Jetzt bloß keine Zweifel aufkommen lassen…

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