Statement (3): Viva la Revolution! Viva El Che! Viva!

Als Autor sowie als Autor und Illustrator eines Elch-Kinderbuchs ist man ja generell, quasi von Berufs wegen, unpolitisch. Wir sollten keine Statements schreiben. Wir sollten Kinderbücher schreiben. Nach Möglichkeit solche, die von Elchen handeln. Und solche, die Kindern gefallen. Doch nun steht die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Und die gilt als richtungweisend. Ein Sieg für Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann könnte das Ende von Schwarz-Gelb in Berlin einläuten. Wer gerne Kinderbücher schreibt, der schreibt in diesen Zeiten vielleicht auch gerne mal eine Glosse…

In der Küche steht oben auf der Mikrowelle der Toaster. Davor – wie zufällig arrangiert – im rahmenlosen Bildträger ein Bild von Angela Merkel. Die Kanzlerin trägt eine zu große Krone leicht schräg auf ihrem Haupte. „Königin ohne Macht“ titelte der Stern am 13.10.2005. (Die Hintergrundfarbe ist übrigens Piraten-orange!) Heute scheint die Krone bombenfest zu sitzen. Neben dem Bild sitzt ein Elch – lässig angelehnt an den Toaster. Der Elch trägt links einen Button. Nur ein Nachdruck zwar, doch gleichwohl schick im Look der Seventies. „Willy wählen“ fordert der Button wie sein Original vor 40 Jahren, im grandiosen Wahljahr `72. (Die Hintergrundfarbe ist auch hier Piraten-orange! Sonderbar…) Ob Willy Brandt im Exil in Norwegen und Schweden je einen Elch gesehen hat, ist uns nicht bekannt. Die Vorstellung ist aber charmant. Und so macht sich der Button ganz gut auf des Elches Brust.

Zwei Kanzler, zwei politische Welten: vereint auf der Mikrowelle, vereint durch dieses blöde Piraten-orange. Und um bei den Piraten zu bleiben, die gerne von jungen Wählern gewählt werden, ist hier ein Zitat aus einem FAZ-Artikel vom 29.03.2012: „Die Piraten sind für sie (die jüngeren Wähler, A.d.R.) etwas Eigenes, das aus ihrer Generation entstand – das Internet hat sie politisiert, es ist sozusagen ihr Willy Brandt.“ Das ist hart. Der Button muss weg. Schade. Soll Angela bleiben? Natürlich nicht! Wenn das Internet Willy ist, was ist dann Angela? Diese Frage löst sorgenvolles, fast hysterisches Hüsteln aus. Um dem Gedankenwirrwarr zu entkommen, vertut sich der bloggende Elch-Kinderbuch-Autor etwas die Zeit und surft zu Ebay. Hier sucht er Zerstreuung beim Bestellen einer Elch-Rarität (Suchbegriff „Elch“). Und dann steht da: „Viva EL CHE! Viva la Revolution!“ und T-Shirts mit dem berühmten Konterfei von El Comandante, von El „Che“ Guevara, werden für kleines Geld feilgeboten. Ist es ein Zeichen? Ist es ein Wink, dass sozialistische / sozialdemokratische Ideen noch immer ihre Kraft besitzen gegen Piraten-Schwarmintelligenz?

Liebe Leserinnen und Leser in NRW, falls Ihr mit dem Gedanken gespielt habt: Gebt Eure Stimme nicht den Piraten. Stimmt für klare politische Aussagen, für Politik mit Realitätssinn. Wenn Ihr Unterstützung benötigt bei der Entscheidungsfindung, welche Partei am besten zu Euch passt, nutzt den Wal-O-Mat. Na, klar sind Irrwege in der eigenen politischen Überzeugung menschlich und verständlich. Brandt hat in seinen “Erinnerungen” 1989 gesagt: “Ohne Umwege über den Linkssozialismus wäre ich kaum der geworden, der ich bin.” So, und da schließt sich der Kreis: Viva ELCHE!

P.S.: Moin Piraten, unser Buch wird es nicht als Gratis-Download geben!

Moose Calls – oder: wie ich den Elch rief

Allen Leserinnen und Lesern unseres Elch-Kinderbuch-Blogs sei gleich vorweg gesagt: in diesem Artikel geht es nicht um die umgangssprachliche Redewendung “den Elch rufen” als Synonym für (lat.) Vomitation.

Nein, liebe Elch-Freundinnen und Elch-Freunde, dieser Artikel handelt überwiegend von der Elchjagd. Zudem von einer ganz abscheulich hinterhältigen Jagdmethode auf den “König des Waldes”. Nebenbei wird belegt, dass die Begriffe Wissenschaft und Moral einfach nicht zusammen passen (…ist jetzt aber kein erkenntnistheoretischer Diskurs). Abschließend folgt ein guter, erfolgreich getesteter Praxistipp für Nervensägen.

Elchjagd früher: alles war besser

Nun, also: In der guten alten Zeit lebte der Elchjäger im Einklang mit der Natur und allen Lebewesen. Da ging der Mann auf die Jagd, um die Familie zu ernähren. Er jagte mit Geduld, Geschick und Muskelkraft. Mutig brachte er den stolzen Wiederkäuer mit dem Speer, dem Pfeil und dem Bogen zur Strecke – oder er legte fiese Fallen aus. Die besonders talentierten und erfahrenen Jäger imitierten den Ruf des Elches, um ihre Beute aus den Büschen zu locken. Aber es war alles andere als ein Spaß. Denn oft musste die Familie an kalten Wintertagen hungern und wehklagen, weil dem Mann das Jagdglück nicht beschieden war. Oder er fiel gar selbst einem stärkeren Jäger wie Bär, Wolf oder adeligem Grundbesitzer zum Opfer. Also eine ganz bodenständige und ehrliche Aktion, diese Jagd.

Elchjagd heute: ohne Moral?

Heute aber hat der Jagdgeselle viel Spaß bei der Elchjagd. Die Chance, einen kapitalen Elchbullen vor die Flinte zu bekommen, ist enorm hoch. Im Extremfall höchstens eine Frage des Geldes. Die Gefahr, selbst zum Opfer zu werden, ist fast nicht vorhanden – gäbe es nicht hin und wieder diese unglücklichen Fehlschüsse der waidmännischen Kollegen. Auch die Bewaffnung ist erstaunlich verbessert: Mit halbautomatischem Gewehr und drei Kugeln, Kaliber .30-06 Doppelkern-Geschoss 10,7g, im Magazin und einer im Gewehr endet der begehrte Paarhufer schnell als Trophäe. Ebenfalls bemerkenswert: Die Lockjagd mit Hilfe des Elchrufs hat einen neuen Level technischer Raffinesse erreicht.

Und hier nun ist der Bogen geschlagen zur eingangs aufgestellten These, dass sich Wissenschaft und Moral schlicht ausschließen. Denn was möglich ist – dies wissen wir spätestens seit Oppenheimer und den Jungs in Los Alamos –, wird auch gemacht. Heute sind längst kein stundenlanges Training, keine unzähligen vergeblichen Versuche und kein frustrierendes Anpirschen, Lauschen und Nachahmen mehr nötig: Mit dem iPhone sowie entsprechendem Lautsprechersystem geht’s ganz leicht, den Elch zu rufen. Einfach im App Store die App „Moose Hunting Calls“ kaufen, Programm starten, Moose Call auswählen und auf den gerufenen Elch warten. Der Rest ist die Stille nach dem Schuss…

Macht es sich der Waidmann, der wackere Grünrock, damit nicht wirklich etwas zu einfach? Muss es denn so technisch sein, so trügerisch und mit elektronischen Hilfsmitteln den leichtgläubigen Trughirsch in den Hinterhalt zu locken? – Wichtige Fragen an alle moralisch denkenden Hubertusjünger. Doch jetzt Schluss mit dieser Elentier-Elegie!

Moose Hunting Calls

Erwähnenswert sind zwei positive Aspekte bei der „Moose Calls“-App: Erstens zeigt sie auch dem unerfahrenen Elch-Fan, dass die Laute, die diese Hirschart hervorbringt, nicht viel mit dem charakteristischen Hirschschrei zu tun hat, der während der Brunftzeit unsere teutonischen Hirschreviere durchdringt. Daher ist die Analogie zur Vomitation auch irgendwie falsch.

Zweitens eignet sich diese App hervorragend, um bei jeder Gelegenheit extrem zu nerven und zu reizen. Dem Elchruf-Provokateur stehen dazu eine ganze Reihe unterschiedlicher Elchlaute zur Verfügung vom „Bull Grunt“ I und II über den „Tending Grunt“ sowie das „Short Cow Moan“ bis hin zum „Contact Sound“. Als schöne Dreingabe gibt’s u. a. noch „Urinating“. Made by Hunters for Hunters! Und für Nervensägen! Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass ein Wechsel der Elchlaute aber insbesondere das „Cow Moan“ bei jeder Gesellschaft schnell eine unterschwellig bis offen aggressive Stimmung erzeugt.

Fazit:

Wer den Elch ruft, muss sich über die Konsequenzen im Klaren sein und mit mindestens zwei Ergebnissen rechnen. Entweder der Elch kommt – oder jemand wird zum Elch. Also Vorsicht: Die Kontaktaufnahme zum Elch funktioniert in jedem Fall. ;-)

Große Elch-Geoglyphe dank Google Earth entdeckt

Es gibt weltweit so viele beeindruckende Geoglyphen, die stellen Tiere dar wie Pferd (zum Beispiel das berühmte Uffington White Horse), Wal, Affe, Hund, Ameisenbär, Condor, Kolibri, Papagei, Flamingo, Fregattvogel, Pelikan, Schlange, Spinne, Eidechse oder Libelle (zum Beispiel auf der überwältigenden Nazca-Ebene). Aber keine zeigt einen Elch. Doch warum sollten unsere vorgeschichtlichen Vorfahren riesige Scharrbilder von Eidechsen geschaffen haben – jedoch keine von Elchen? Wurde so eine Elch-Erdzeichnung bislang nur noch nicht entdeckt?

Jetzt wurde diese Frage von russischen Archäologen endlich beantwortet: Sie haben kürzlich im bewaldeten Flachland in der Nähe des Sjuratkul-Sees im Sjuratkul-Nationalpark im Südural (Region Oblast Tscheljabinsk) die Reste einer bislang unbekannten großen Geoglyphe entdeckt. (Hier der Artikel) Dieses prähistorische Erdzeichen stellt wahrscheinlich ein vierbeiniges Huftier mit Hörnern und einer ausgeprägten Schnauze dar. Also Hirsch oder Elch. Wir sind für Elch, da der die deutlich ausgeprägtere Schnauze hat… ;-)

Die Archäologen haben auf die Hilfe von Google Earth zurückgegriffen. Denn die gigantischen Kunstwerke sind durch ihre Ausmaße oft erst aus der Luft zu erkennen. Mit fortschrittlichsten Internet-Tools in die Vorgeschichte: Wahrscheinlich kann die Elch-Geoglyphe in die Kupfer- oder frühe Eisenzeit datiert werden.

(Foto oben: Copyright/Quelle: Google Earth, Stanislav A. Grigoriev u. Nikolai M. Menshenin / antiquity.ac.uk)

Unsere Elch-Kinderbuch-Fanseite bei Facebook ab sofort im neuen Design

Besuche uns auf Facebok! Und bitte "Gefällt mir" klicken! :-)“Dolph der Elch” im neuen Design – und das im doppelten Sinne!

1. Allen aufmerksamen Elchfreunden dürfte es ja bereits aufgefallen sein: Der Zeichenstil von unserem Kinderbuch-Helden Dolph hat sich geändert. Auf das Warum und Wieso werden wir in einem unserer nächsten Artikel genauer eingehen…

2. Diesem neuen Stil entsprechend präsentiert sich nun auch die Facebook-Seite unseres Elch-Kinderbuchs.

Wir hoffen sehr, dass Euch beides gefällt!

Es gibt keine Elche im Vest Recklinghausen – aber es gab welche!

Das freut den Elchfreund: Es gibt zwar aktuell* keine Elche im Vest Recklinghausen – aber es gab sie! (Siehe auch: “Es gibt keine Elche im Vest Recklinghausen – aber in unmittelbarer Nachbarschaft!“) Vor mehr als 5300 Jahren, in der Jungsteinzeit (genauer: im Spätneolithikum), gab es nachweislich ein Elchvorkommen im Kreis Recklinghausen. Die Elche werden damals in den Bruchwäldern und Sümpfen links und rechts der Flüsse Emscher und Lippe sicherlich ein gutes Leben geführt haben.  Die Information haben wir in einer alten wissenschaftlichen Zeitschrift entdeckt, an die wir über die Fernleihe der Stadtbücherei heran gekommen sind:

Quelle: Ueckermann, E., Spiecker, D., Lülfing, D.: „Prähistorischer Fund eines Elchgeweihes in Nordrhein-Westfalen“. In: Zeitschrift für Jagdwissenschaft, Nr. 3, 1970

*Bitte informiert uns kurz, falls es im Kreis doch ein Elchgehege geben sollte. Das wäre wirklich nett!

Es gibt keine Elche im Vest Recklinghausen – aber in unmittelbarer Nachbarschaft!

Schlafender Elch in der ZOOM Erlebniswelt (visioneblu Grafik.Foto).Der Vestische Kreis Recklinghausen ist der bevölkerungsreichste Landkreis Deutschlands. Er liegt im nördlichen Ruhrgebiet und/oder im südlichen Münsterland. Das hängt vom Auge des Betrachters ab. Im Vest (das ist die mittelalterliche Bezeichnung für einen Gerichtsbezirk) gibt’s leider keine Elche. Sein schwedischer Partnerkreis ist die Provinz Sörmland (auch Södermanland genannt) und liegt südlich von Stockholm in Mittelschweden. Da gibt’s Elche.

Gelangweilter Elch im Wildpark Frankenhof.Was also tut der Elchfan aus dem Kreis Recklinghausen, um Elche zu sehen? Er reist nach Skandinavien – bevorzugt nach Sörmland. Wenn er nicht so weit reisen will, kann er auch kurz hinter der Kreisgrenze zum Kreis Borken oder kurz hinter der Grenze zur Nachbarstadt Gelsenkirchen auf Elche treffen: Im Wildpark Frankenhof in Reken, mitten im Naturpark Hohe Mark, und in der ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Echtes Elch-Watching. Echte Elche, zwar nicht in freier Wildbahn aber immerhin in voller Größe! Und an einigen Tagen trifft der Elchfan eventuell auch ganz in der Nähe der Elchgehege auf Elch-Kinderbuch-Autoren und -Illustratoren, die Inspirationen suchen…

Vielen Dank für das Elchfoto aus Reken von Nicole sowie das Foto aus Gelsenkirchen von Katja (visioneblu Grafik.Foto)!

“Dolph der Elch” – Seht Euch unsere 4 Videos zu unserem Kinderbuch-Projekt auf YouTube an!

Dolph der Elch bei YouTube (“Kanal von Elchkinderbuch“): Unsere vier Videos brechen zwar (noch) keine Klick-Rekorde – aber trotzdem scheinen sie ihre Liebhaber zu haben. Vielen Dank für die netten Kommentare von SteffEinhorn! :-)

Niedliche Animation: Unser Kinderbuch-Held “Dolph der Elch” lernt das Laufen!

Das Konzept zu unserem Elch-Kinderbuch ist frisch überarbeitet: Wir haben kürzlich gemeinsam mit unseren Fans entschieden, dass der Elch nicht auf zwei Beinen, sondern auf vier Beinen laufen muss. Und so könnte das dann aussehen…

Elche auf Marke und Münze

Der Februar 2012 schenkt den Numismatikern und Philatelisten unter den Elch-Freunden gleich zwei Highlights: Eine kanadische Silbermünze und eine deutsche Sondermarke! Gut, das ist wohl nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen, auf die diese Kategorisierung “Elch-Freund/Numismatiker/Philatelist” passt. Eventuell trifft auch eher die Bezeichnung “Elch-Fans, die sich ebenfalls für Briefmarken und Münzen mit Elchmotiven begeistern können,” zu? Wir wollen hier niemanden in eine Außenseiterrolle drängen. Diese Rolle haben wir ja bereits inne. Schließlich gelten Menschen mit großem Interesse an Elchen als sonderbar und leben oft bereits in einer sozialen Randgruppe. Daher sollte die Frage: “Soll ich dir meine Elch-Briefmarkensammlung / Elch-Münzsammlung zeigen?” nie gestellt werden. Die Gesellschaft ist dafür einfach noch nicht bereit… ;-)

Wie auch immer:  Seit dem 9. Februar bietet die Deutsche Post ihre neuen Sondermarken zum Thema “Wiederbesiedlung durch heimische Wildtiere: Luchs und Elch” an. Und in den nächsten Tagen solle es in Deutschland die kanadische Silbermünze der Serie “Canadian Wildlife” mit dem Motiv “Moose” zu kaufen geben.

Tatsache ist: Ab sofort wird unsere gesamte Briefpost, die wir für unser Elch-Kinderbuch versenden, mit der Elch-Marke frankiert werden. :-)

Übrigens: Wenn es sogar die Deutsche Post mit einem Postwertzeichen verewigt, wird es wohl wahr sein. Der deutsche Elch lebt!